Hattest du schon mal einen Dreier?
- Corinna Frank

- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit
Diese Frage bekomme ich erstaunlich oft gestellt. Fast so, als wäre das eine Art Lebensziel. Als müsste man irgendwann einmal einen Dreier gehabt haben, um in irgendeiner imaginären Liste einen Haken setzen zu können. Und ich frage mich jedes Mal: Warum eigentlich? Woher kommt diese Vorstellung, dass Sex automatisch besser wird, je mehr Menschen beteiligt sind?
Vielleicht ist das eine Fantasie. Vielleicht ist es für manche Menschen auch wirklich ein Wunsch. Und das ist völlig in Ordnung. Aber ich finde es spannend, wie oft gerade Männer davon ausgehen, dass ein Dreier etwas ist, das jede Frau aufregend finden müsste, oder dass es der ultimative Beweis für ein erfülltes Sexleben sei. Ich sehe das heute anders.
Mal ganz ehrlich, manchmal sind schon zwei Menschen herausfordernd genug. 😅 Manchmal/ meistens aber natürlich auch wunderschön. Und manchmal ist genau diese Verbindung das, was Sex überhaupt besonders macht. Mehr Menschen bedeuten nicht automatisch mehr Nähe, mehr Lust oder mehr Erfüllung!
Ich hatte übrigens tatsächlich mehrere Dreier beziehungsweise Erfahrungen mit mehreren Menschen gleichzeitig. Wenn euch meine Geschichten interessieren oder ihr mit mir darüber sprechen möchtet, könnt ihr mir gerne auf meinem OnlyFans schreiben. Dort beantworte ich solche Fragen deutlich persönlicher. 😊https://onlyfans.com/dieunverpackteveganerin
Heute möchte ich aber eine Geschichte erzählen, die für mich viel mehr über Grenzen aussagt als über Sex.
Ich war damals jung und ziemlich verliebt. Zumindest dachte ich das. Ich hatte Hoffnung, dass aus der Verbindung mit einem Mann vielleicht mehr werden könnte. Bei einem unserer Treffen war noch ein Freund von ihm dabei. Das war nicht einmal das, was viele sich unter einem klassischen Dreier vorstellen. Es war eher ein Abwechseln als ein gemeinsames Erlebnis. Ehrlich gesagt fand ich es auch gar nicht besonders.
Einige Zeit später meldete er sich wieder.
Ich war glücklich. Ich dachte: Endlich möchte er mich wiedersehen…
Dann fragte er, ob noch ein paar Freunde mitkommen dürften. Erst sprach von mehreren Männern. Ich sagte ganz klar NEIN.

Das sei mir zu viel. Schließlich meinte er, dann käme eben nur einer mit. Ich fragte sogar noch nach, ob es derselbe Freund wie beim letzten Mal sei, weil das zwischen uns nicht wirklich gepasst hatte. Er sagte: Nein.
Als es klingelte und ich die Tür öffnete, standen plötzlich doch alle vor meiner Tür.
Bis heute weiß ich nicht einmal mehr genau, wie viele es waren. Fünf? Sechs? Vielleicht mehr. Was ich aber noch genau weiß, ist dieses Gefühl. 😣
Sie waren plötzlich alle in meiner Wohnung. Es waren Polizisten und Feuerwehrmänner, alles Männer, die mir körperlich deutlich überlegen waren. Und obwohl viele jetzt wahrscheinlich sagen werden: “Du hättest doch einfach Nein sagen können”, konnte ich genau das in diesem Moment nicht mehr.
Er überredete mich, wenigstens mit ins Schlafzimmer zu gehen. Und dann passierte genau das, was ich eigentlich nicht gewollt hatte.
Ich lag die ganze Zeit auf dem Bett und hatte die Augen geschlossen. Ich wollte einfach nur, dass es vorbei ist.

Die Männer wechselten sich ab. Während ich von einem penetriert wurde, war gleichzeitig der Nächste vor meinem Gesicht. Ich funktionierte nur noch und ließ alles über mich ergehen. Irgendwann waren sie fertig, einer nach dem anderen, und dann war es vorbei. Heute weiß ich, dass es für so eine Reaktion einen Begriff gibt: Freeze. Damals wusste ich das nicht. Ich wusste nur, dass ich in diesem Moment innerlich erstarrt war und nicht mehr herauskam.
Als alles vorbei war, gingen die meisten einfach wieder. Einer wollte noch mit mir sprechen.
Doch der Mann, von dem ich mir so viel erhofft hatte, sagte nur: „Mit ihr musst du nicht reden. Die mag das nicht.“ Dieser Satz ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Nicht wegen des Sex.
Sondern weil er gezeigt hat, wie wenig ich als Mensch in diesem Moment überhaupt gesehen wurde.
Wenn mich heute jemand fragt, ob ich schon einmal einen Dreier hatte, dann lautet meine Antwort zwar: Ja.
Aber das ist nicht die Geschichte.
Die eigentliche Geschichte ist, dass Fantasien und Realität manchmal Welten voneinander entfernt sind. Dass „mehr“ nicht automatisch „besser“ bedeutet. Und dass niemand sich jemals dafür rechtfertigen muss, wenn die eigenen Grenzen ganz woanders liegen als das, was andere für aufregend halten.
Vielleicht sollten wir deshalb aufhören zu fragen: „Hattest du schon mal einen Dreier?“
Und stattdessen fragen:
„Hast du dich dabei sicher gefühlt?“




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