Gelöscht, aber nicht zum Schweigen gebracht
- Corinna Frank

- vor 1 Tag
- 2 Min. Lesezeit
Drei Jahre Weltreise.
Im Dezember ist es so weit, drei Jahre seit dem Moment, an dem ich alles hinter mir gelassen habe, um loszugehen. Um die Welt zu sehen, Geschichten zu sammeln, Menschen zu berühren, zu inspirieren, zum Nachdenken zu bringen.
Ich dachte, Social Media würde ein Werkzeug sein. Ein Ort, an dem ich Menschen erreichen kann, die spüren, warum es wichtig ist, vegan zu leben. Menschen, die begreifen, dass wir Verantwortung tragen. Menschen, die verstehen, warum Zusammenhalt zählt. Menschen, die Ausgrenzung nicht nur kritisieren, sondern aktiv dagegen handeln.
Doch was ist passiert?
Ich habe alles verloren.
Erst meinen TikTok-Account mit über 80.000 Follower*innen. Dann Instagram mit 15.000. Danach noch einmal TikTok, wieder bei fast 30.000. Und bis heute weiß ich nicht, warum. Keine klare Antwort, nur Vorwürfe, die nicht zu mir passen, und ein Algorithmus, der mich wegdrückt, obwohl ich genau das tue, wofür diese Plattformen eigentlich stehen sollten: aufklären, Missstände ansprechen, Grenzen ziehen, laut sein.
Ich benenne Dinge, die andere nicht einmal registrieren. Ich weigere mich, mich sexualisieren zu lassen. Ich spreche über Verantwortung, Tierrechte, Diskriminierung, über das, was weh tut und über das, was uns verbindet.
Was ich dafür bekomme?
Eingeschränkte Reichweite. Gelöschte Beiträge. Und die absurde Unterstellung „sexueller Kontaktaufnahme“, die nicht nur zur Sperrung führte, sondern inzwischen sogar dazu, dass manche Männer hoffen, ich würde das tatsächlich bei ihnen tun.
Es ist frustrierend.
Es macht mich traurig.
Und es enttäuscht mich zutiefst, nicht nur von TikTok und Instagram und ihren fragwürdigen Regeln, gerade gegenüber Frauen, sondern auch von Menschen, die ich jahrelang unterstützt habe. Menschen, denen ich geholfen habe, Reichweite aufzubauen, die aber schweigen, wenn ich falle.
Vielleicht muss ich mir eingestehen, dass diese Plattformen mich, so wie ich bin, nie wirklich werden groß werden lassen.
Aber aufgeben?
Stand noch nie auf meinem Plan.
Ich bin immer noch hier.
Ich will etwas bewirken.
Ich will erzählen. Berühren. Denen eine Stimme geben, die keine haben. Menschen und Tiere miteinander verbinden. Die Geschichten meiner Reise weitertragen und zwar egal, wie viele Steine mir in den Weg gelegt werden.
Nächstes Jahr wird anders.
Ich weiß, das sagen viele, aber ich meine es. Ich arbeite an etwas Neuem, etwas Echtem, etwas, das niemand so einfach löschen kann.
Wenn du dabei sein willst:
Folge mir. Lass dich überraschen. Und danke, dass du hier bist. 💚



Kommentare