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Ich habe einen Elefanten gestreichelt und bin mit Delfinen geschwommen

  • Autorenbild: Corinna Frank
    Corinna Frank
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Für immer mehr Menschen gehört es zu einer exotischen Reise dazu, Wildtieren ganz nahe zu kommen.


Denn hat man kein Selfie davon, wie ein Affe aus der Hand frisst, ein Elefant sich von einem waschen lässt oder Walhaie wegen Anfüttern direkt unter einem durchschwimmen, dann scheint man angeblich wichtige touristische Spots verpasst zu haben.


Ehrlich: Ich finde es großartig, dass du bereit bist, diese Dinge zu hinterfragen.

Denn die Wahrheit hinter solchen Bildern ist oft viel grausamer, als wir es uns vorstellen wollen. 🥺


Die harte Realität hinter den „geretteten“ Elefanten


Viele der Elefanten, die heute in Thailand in „Sanctuaries“ leben, wurden als Babys ihren Müttern entrissen und in Abrichtungslagern misshandelt, bis ihr Wille gebrochen war.


Früher war Elefantenreiten eine große Touristenattraktion. Zum Glück wird es heute kritischer gesehen und dadurch kommt es weniger häufig vor.

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Stattdessen gibt es jetzt Elefanten, die gefüttert und gewaschen werden dürfen angeblich „tierfreundlich“.


Doch tägliches oder mehrmaliges Waschen verursacht oft Hautkrankheiten. Viele Elefanten stehen weiterhin an Ketten, leiden unter Schmerzen und erleben in der Nebensaison sogar Futterengpässe.


Nur weil wir es heute „Sanctuary“ nennen, bedeutet das nicht automatisch, dass es den Tieren gut geht. Eine Regel besagt, kannst du das Tier anfassen, ist es keine Auffangsstation.


Auch bei Safaris gibt es leider deutliche Unterschiede: Gute Safaris bedrängen nicht, sie beobachten. Echte Begegnungen entstehen nur, wenn Tiere wählen dürfen.

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Affen füttern, klingt harmlos, ist es aber nicht


Affen wirken niedlich und neugierig. Sie kommen gerne näher, vor allem wenn wir etwas Essbares oder einfach nur etwas Glänzendes in den Händen halten.

Dass sie Handys klauen, dass sie beißen können, das überrascht dann viele.


Wir bringen wilden Tieren bei, uns auf unnatürliche Weise zu vertrauen.

Und wundern uns dann, wenn sie sich plötzlich nicht so verhalten, wie wir es wollen.


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Dabei wäre es so einfach, respektvoll zu handeln:


  • kein direkter Augenkontakt

  • Abstand halten

  • ruhig weitergehen

  • nichts in der Hand tragen, was Tiere anzieht

Der kam unerwartet
Der kam unerwartet

Aber auch ich bin manchmal unachtsam, sieh dir mein Video dazu auf YouTube an: https://youtube.com/shorts/kuViKyQAZ2g?si=3ZIoa-nbZo9mqqaN


‼️Affen, die angekettet sind oder für Shows benutzt werden, sollten wir niemals unterstützen. Keine Nachfrage bedeutet: Es hört irgendwann auf. Zoos brauche ich erst gar nicht erwähnen, oder?


Delfintherapie- Hoffnung, die auf falschen Versprechen beruht


Viele Menschen glauben, Delfine hätten eine besondere Heilkraft. Doch die wissenschaftliche Lage ist eindeutig:


  • Der therapeutische Nutzen von Delfintherapie ist nicht zuverlässig belegt.

  • Verbesserungen entstehen oft durch das warme Wasser, die Aufmerksamkeit der Therapeut*innen oder die neue Umgebung, nicht durch den Delfin.

  • Für die Tiere bedeutet es oft Gefangenschaft, Stress und unnatürliche Haltung.

  • Enge Interaktionen können für Menschen und Tiere gesundheitlich riskant sein.


Es gibt ethisch vertretbare Alternativen, z. B.:


  • Aquatherapie / Physiotherapie im Wasser

  • Natur-, Erlebnis- und Achtsamkeitstherapie


Der gleiche positive Effekt, aber ohne Tierleid.



Echte Wildtierbegegnungen sind unplanbar und unendlich wertvoll 💚


Du kannst wunderbare Begegnungen mit Wildtieren haben. Die schönsten sind jedoch: zufällig, ungeplant und frei von menschlicher Einflussnahme.


Viele Tierarten stehen tatsächlich unter Druck: durch Lebensraumverlust, Umweltzerstörung oder Wilderei. Elefanten, Meeressäuger, Haie,… sie alle sind in einigen Regionen bedroht oder ihre Lebensräume schrumpfen.


Das bedeutet nicht, dass jede einzelne Art „selten“ ist. Aber es heißt:

Wir müssen achtsam sein, wie wir ihnen begegnen.


Es müssen nicht immer Löwen, Elefanten oder Haie sein.

Wann hast du das letzte Mal deine eigene Umgebung beobachtet? Singvögel, Insekten, Rehe, Füchse, all das sind faszinierende Tiere, die wir oft übersehen.


Wenn du eine Reise machst, auf der es Wildtiere geben könnte, informiere dich genau:


  • Werden Tiere angefüttert?

  • Werden sie gestresst oder angelockt?

  • Sind sie in Gefangenschaft?

  • Wird in ihre natürliche Lebensweise eingegriffen?


Du wirst erstaunt sein, wie viele tierfreundliche Alternativen es gibt.

Und glaube mir: Die echten Begegnungen sind tausendmal schöner als jede gekaufte.

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Meine eigene Beichte


Auch ich wusste es früher nicht besser. Vor über zehn Jahren bin ich auf Gran Canaria in einem kleinen Pool mit Seelöwen „geschwommen“.


Später, auf meiner Reise durch Kalifornien, stand plötzlich ein Seelöwe am Strand vor mir. Frei. Vor ihm der Ozean, hinter ihm der Sand und er selbst hat entschieden, genau dort aus dem Wasser zu kommen, wo ich gerade war.

Mir liefen die Tränen.

Keine Angst, habe ihn nicht berührt, wollte es nur so wirken lassen (auch nicht schlau).
Keine Angst, habe ihn nicht berührt, wollte es nur so wirken lassen (auch nicht schlau).

Vielleicht wollte er mir zeigen:

„Du kannst uns begegnen, ohne uns einzusperren.“


Kurz darauf sprangen ein paar Delfine in der Bucht aus dem Wasser.

Und ich war einfach nur glücklich.

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