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Kokosnussernte in Thailand: Was du über den Einsatz von Affen wissen solltest

  • Autorenbild: Corinna Frank
    Corinna Frank
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Wer sich pflanzlich ernährt oder generell auf tierfreundliche Produkte achtet, stößt früher oder später auf ein wichtiges Thema: den Einsatz von Affen bei der Kokosnussernte in Thailand. Da viele Rezepte, wie z. B. Mango Sticky Rice oder Currys, traditionell Kokosmilch nutzen, wollte ich selbst genauer hinschauen und teile hier meine Recherche und Einschätzung.


Wenn du meinen Blogbeitrag zu den thailändischen Rezepten gelesen hast, hast du vielleicht den Stern bei Kokosnussmilch gesehen. Der verweist hierher: Dieser Artikel erklärt dir, warum es wichtig ist, beim Kauf von Kokosprodukten bewusst zu wählen.


Warum werden Affen überhaupt eingesetzt?


In einigen Regionen Thailands, besonders im Süden –war es lange Tradition, Makaken zu trainieren, um Kokosnüsse zu ernten. Die Bäume sind extrem hoch, die Arbeit beschwerlich und gefährlich. Ein trainierter Affe kann dagegen in beeindruckender Geschwindigkeit Kokosnüsse pflücken.


Was früher als „kulturelle Praxis“ galt, geriet jedoch in die Kritik, weil Tierschutzorganisationen Missstände aufdeckten: Affen, die an Ketten gehalten, übertrainiert oder schlecht versorgt werden. Diese Bilder gingen um die Welt und haben einen wichtigen Dialog ausgelöst.


Wird es dennoch noch gemacht und wenn ja, wofür?


Die Antwort ist: Ja, aber deutlich weniger als früher.

Und wichtig: Es gibt Unterschiede zwischen Tradition, Tourismus und industrieller Produktion.


1. Industrielle Herstellung für Exportprodukte


Die meisten großen Kokosnussproduzent*innen betonen inzwischen, dass keine Affen mehr eingesetzt werden. Grund dafür ist:


  • internationaler Druck

  • strengere Kontrollen

  • neue Zertifizierungen

  • drohende Marktverluste bei Verstößen


Dennoch ist auch bei exportierten Produkte also Kokosmilch in Dosen oder Tetrapacks der Einsatz von Affen möglich.


2. Kleine lokale Farmen


Auf kleineren, traditionell geführten Farmen kann der Einsatz noch vorkommen, nicht mehr flächendeckend, aber immer noch vereinzelt.


3. Touristische Vorführungen


Manche Orte nutzen Affen nicht zur Ernte, sondern als Touristenattraktion, was allerdings nichts mit der realen industriellen Produktion zu tun hat. Dennoch solltest du solche Orte meiden.


Tut sich etwas in Thailand?


Ja und zwar positiv.


In den letzten Jahren haben sich thailändische Organisationen, Produzent*innen und Tierschützer*innen zusammengetan, um eine affenfreie Kokosindustrie aufzubauen. Dazu gehören:


  • freiwillige Selbstverpflichtungen großer Produzent*innen

  • neue Monkey Free oder Monkey Free Plus Zertifikate

  • verstärkter Anbau niedriger Kokospalmen („dwarf coconut trees“)

  • strengere Kontrollen in der Lieferkette



Diese Schritte zeigen: Die Branche bewegt sich und Transparenz wird immer wichtiger.


Und wie sieht es für den thailändischen Inlandmarkt aus?


Hier ist die Lage gemischt:


  • Thailand verbraucht einen großen Teil seiner Kokosnüsse selbst.

  • Für lokale Produkte oder frische Kokosnüsse ist die Rückverfolgbarkeit weniger streng.

  • Dennoch wird der Einsatz von Affen auch im Inland seltener, da die Nachfrage nach tierfreundlicher Produktion steigt.



Es ist also keine Schwarz-Weiß-Situation, aber:

Die Wahrscheinlichkeit, dass Kokosmilch aus dem Supermarkt mit Affenarbeit geerntet wurde, ist mittlerweile geringer, besonders bei bekannten Marken.


Worauf du beim Kauf achten solltest


Nicht alle Kokosnussprodukte aus Thailand stammen automatisch aus problematischen Quellen, aber aufgrund der teils intransparenten Lieferketten lohnt es sich, bewusst zu wählen:



✔ Herkunft prüfen


  • Produkte aus Sri Lanka, Indien oder den Philippinen gelten als unproblematisch, dort werden keine Affen eingesetzt.

  • Bei thailändischen Produkten auf Marken achten, die offen kommunizieren, wie sie ernten.


✔ Zertifikate & Marken


  • Es gibt zunehmend „Monkey Free“- oder „Monkey Free Plus“-Zertifizierungen.

  • Bio-Marken haben meist strengere Kontrollen.



✔ Wenn du in Thailand reist,

immer direkt nachfragen!


Gerade vor Ort ist es enorm wertvoll, bewusst zu fragen. Viele kleine Farmen reagieren positiv darauf, denn:


  • es schafft Bewusstsein

  • es zeigt, dass Tourist*innen Tierwohl wichtig ist

  • es unterstützt Betriebe, die bereits affenfrei arbeiten


Den Satz, den du nutzen kannst:


„Are these coconuts harvested without monkeys?“

oder auf Thai:

„เก็บมะพร้าวโดยไม่ใช้ลิงใช่ไหม?“

(Aussprache: Gèp má-práo doi mâi chái ling châi mái?)


Schon diese kleine Frage macht einen großen Unterschied und zeigt, dass Nachfrage echte Veränderung fördern kann. Dann kannst du im nächsten Thailand-Urlaub auch ganz entspannt deine Kokosnuss am Strand schlürfen, solange sie dir kein frecher Affe klaut.



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